Lokale Akteure diskutieren über die zukünftige Wärmeversorgung im Südkreis Cuxhaven

Eröffnung des Fachworkshops im Loxstedter Bürgersaal (Foto: Gemeinde Loxstedt/Grotheer) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Eröffnung des Fachworkshops im Loxstedter Bürgersaal (Foto: Gemeinde Loxstedt/Grotheer)

Die Kommunale Wärmeplanung für die am Verbundprojekt beteiligten Gemeinden schreitet voran. Mit den beiden Fachbüros Fact GmbH und Form Follows You GmbH wurden am 09.10.2025 von 15–17 Uhr im Rathaus Loxstedt in einem Fachworkshop gemeinsam Herausforderungen, Chancen und Ziele diskutiert. Teilgenommen haben rund 55 Personen aus den Gemeindevertretungen und der lokalen Politik der Gemeinden sowie große Energieverbrauchende und Akteure der lokalen Energieversorgungsbetriebe, darunter auch Biogasanlagenbetreibende aus der Region. Ziel war es mit unterschiedlichen Stakeholdern mögliche Wärmeversorgungsoptionen für jene Teilgebiete in den Gemeinden zu diskutieren für die, nach den Ergebnissen der Bestands- und Potentialanalyse, verschiedene Versorgungsoptionen in Frage kommen können. 

 

Nach einer zunächst allgemeinen Einführung zum Ablauf der Kommunalen Wärmeplanung sowie zur Einordnung der gesetzlichen Vorgaben und deren Verbindlichkeit durch Fr. Knoop von der Form Follows You GmbH, präsentierte Hr. Feller von der Fact GmbH die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse. Sie zeigt, welche Energieträger derzeit in den Gemeinden genutzt werden und wo Chancen für nachhaltige Alternativen bestehen. Für einige Gebiete deutet sich bereits ein klarer Weg hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 an. In anderen Teilbereichen ist die Situation komplexer – hier gilt es, verschiedene Optionen abzuwägen und im Dialog mit den Gemeinden tragfähige Lösungen zu entwickeln. Bei der gemeinsamen Diskussion der am besten geeigneten Versorgungsvariante spielten vor allem das Gebäudealter, die städtebauliche Dichte, Wärmeverbräuche und erneuerbare Energie- und Erzeugungspotentiale vor Ort eine entscheidende Rolle. 

 

Aktueller Stand der kommunalen Wärmeplanung

Mit dem Kommunalen Wärmeplan (KWP) sollen die Gemeinden einen Fahrplan erhalten, wie sie bis spätestens 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreichen können. Dieses Zieljahr ist im niedersächsischen Klimaschutzgesetz festgeschrieben. Der Kommunale Wärmeplan, der (nach dem Wärmeplanungsgesetz) bis 2028 fertiggestellt sein muss, dient als fachliche Grundlage und strategisches Instrument für die Erreichung der Klimaneutralität im Bereich der Wärmeversorgung.

Derzeit sind im Gebiet der Verbundgemeinden rund 69% der Flächen landwirtschaftlich genutzt, 11% sind wald- und forstwirtschaftliche Flächen und rund 5% der Fläche sind Wohngebiete. Da der überwiegende Teil der rund 48.000 Gebäude im Zeitraum zwischen 1949 und 1978 (rund 53%) und weitere 20% der Gebäude noch vor 1949 errichtet wurden, sind die zentralen Energieträger zur Wärmeversorgung Erdgas (ebenfalls rund 53%) sowie Heizöl (34%). Die höchsten Energieverbräuche finden sich in den Ballungsräumen der jeweiligen Gemeinden, aber auch außerhalb der Ballungsräume gibt es vereinzelt hohe Wärmedichten​. Der Energieverbrauch der vier Gemeinden liegt bei rund 846 GWh, was durch den hohen Anteil fossiler Energieträger, die zur Energiebereitstellung genutzt werden, rund 196.973 Tonnen Co2 – Äquivalenten entspricht. 

Dabei zeigt die Potentialanalyse, dass im Gebiet der Verbundgemeinden sowohl ein hohes technisches Potential für erneuerbare Energien als auch für die Steigerung der Energieeffizienz (u.a. durch Gebäudesanierung) besteht. Dabei berücksichtigt das technische Potential rechtliche Vorgaben und Einschränkungen (wie bspw. Schutzgebiete), trifft jedoch noch keine Aussage über die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme oder die Realisierbarkeit.

 

Die Ergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse können Sie hier im digitalen Zwilling einsehen. Diese Darstellung bilden die zum Zeitpunkt der Erstellung vorliegenden Daten ab. Wir bitten Sie freundlich um Ihre Hinweise, sollten Daten hier unvollständig und inkorrekt sein. 

 

Wie es weitergeht

In den kommenden Monaten werden die beauftragten Planungsbüros auf Grundlage der bisherigen Analysen und der Workshop-Ergebnisse konkrete Zielbilder für die Teilgebiete erarbeiten. Die sogenannte Zielbilder zeigen auf, welche Wärmeversorgungsoptionen – etwa Nahwärmenetze, Wärmepumpen oder andere erneuerbare Systeme – sich auf Grundlage der Bestands- und Potentialanalyse sowie der Workshopergebnisse am besten eignen. Diese werden zusammen mit Maßnahmenvorschlägen im Kommunalen Wärmeplan festgehalten.

In einer Abschlussveranstaltung (voraussichtlich Januar 2026) werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger, Gemeindevertreterinnen und -vertreter, Unternehmen und weitere Interessierte sind eingeladen, sich zu informieren und ihre Anmerkungen einzubringen. Nach der Einarbeitung der Rückmeldungen wird der finale Bericht veröffentlicht – und bildet damit den offiziellen Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung.

Der Wärmeplan soll anschließend alle fünf Jahre fortgeschrieben werden, um neue technische Entwicklungen und lokale Veränderungen zu berücksichtigen.

Weitere Informationen