Ergebnisse der Wärmeplanung im Südkreisverbund der Öffentlichkeit vorgestellt
Trotz winterlichen Wetters folgten am Abend des 4. Februars rund 125 Interessierte der Einladung zur Ergebnispräsentation der kommunalen Wärmeplanung in die Beverstedter Feldhofhalle. Im Rahmen der Energiesparwoche stellten die beauftragten Fachbüros FACT GmbH und Form Follows You die Ergebnisse des Verbundprojekts der vier Südkreisgemeinden Beverstedt, Hagen im Bremischen, Loxstedt und Schiffdorf vor.
„Ich freue mich tatsächlich, dass so viele heute Abend ihr Interesse zeigen", begrüßte Beverstedts Bürgermeister Guido Dieckmann die Gäste und betonte: „Die Wärmeplanung ist definitiv kein Zwangsinstrument. Sie müssen nicht morgen irgendwie ihre Heizung rausreißen und sie werden auch nicht enteignet." Vielmehr sei der kommunale Wärmeplan eine strategische Landkarte für die Wärmewende, die Planungssicherheit schaffe und bessere Entscheidungen ermögliche.
Die Analyse zeigt: Im Verbundgebiet dominieren derzeit Heizöl (46 Prozent) und Erdgas (42 Prozent) als Energieträger. Rund 53 Prozent der Gebäude wurden zwischen 1949 und 1978 errichtet. Bis 2040 soll eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden – ein ambitioniertes Ziel, das laut Niedersächsischem Klimaschutzgesetz verpflichtend ist.
Sophie Knoop von Form Follows You stellte klar: „Der kommunale Wärmeplan hat keine rechtliche Bindungswirkung für Einwohnerinnen und Einwohner." Er sei vielmehr die höchste strategische Flugebene, die noch in konkrete Konzepte und Maßnahmen übersetzt werden müsse. Carsten Feller von der FACT GmbH präsentierte die technischen Potenziale erneuerbarer Energien in der Region – von Geothermie über Solarthermie bis hin zu Biomasse.
Besonders wichtig: Für rund 90 Prozent der Gebäude im Verbundgebiet wird aufgrund der großen Flächenausdehnung keine Anbindung an ein Wärmenetz möglich sein. „Das heißt, viele werden sich selber kümmern müssen", erklärte Bürgermeister Dieckmann. „Aber das Gute ist, sie sind ja nicht alleine." Die Klimaschutzmanagerinnen und -manager der Gemeinden, Beratungsstellen wie das Klimabauzentrum Bremerhaven sowie lokale Energieberater stehen für Unterstützung zur Verfügung.
Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich an den ausgelegten Plakaten über ihre jeweiligen Gemeindegebiete zu informieren. Über den „Digitalen Zwilling“ können Interessierte zudem detaillierte Informationen für ihre Straße und Ortschaft einsehen.
Die Gemeinden werden nun auf Grundlage der Ergebnisse prüfen, wo Sanierungskonzepte oder gemeinsame Lösungen sinnvoll sind, und bleiben im Gespräch mit Projektentwicklern wie EWE NETZ und GP Joule. „Die Wärmeplanung ist kein einmaliges Projekt, das in der Schublade verschwindet", betonte Dieckmann. „Sie wird regelmäßig fortgeschrieben, aktualisiert und angepasst."